Die fortschreitende Urbanisierung und die Umwelt

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Alle wollen in die Stadt, niemand mehr aufs Land. Fährt man über die Landstraßen kann man es in fast allen kleinen Orten beobachten – zu vermieten, zu verkaufen, Arbeitnehmer gesucht…

Natürlich ist schon lange bekannt, dass es, insbesondere junge Menschen in die Städte zieht. Zu wenig gibt es auf dem Land und schier unendliche Möglichkeiten verspricht die Stadt. Doch wo kommt der ganze Wohnraum her für so viele Menschen und welche Probleme können hinsichtlich der Umwelt auf uns zukommen?

Wo viele Menschen sind muss viel Energie erzeugt werden. Die Verteilung in Ballungsgebieten erweist sich oftmals als schwierig – Neue Spannungswerke müssen gebaut und Energie über immer weitere Strecken in die Stadt geleitet werden. Kaum eine Stadt hat es bis jetzt geschafft, ihren Stromverbrauch aus dem näheren Umfeld zu beziehen oder sich gar autark zu versorgen. Schnell muss es gehen und am besten noch billig sein. Dieses Streben verleiht dem Umfeld einer größeren Stadt oftmals das selbe Antlitz. Windkrafträder, Spannungswerke oder aber gleich ein Kraftwerk.

Der Bedarf an Energie ist allerdings nicht die einzige Sorge einer Stadt. Viele Menschen bedeuten im selben Zusammenhang viel Abwasser und diese wollen gereinigt werden. Um dies zu ermöglichen müssen im direkten Einzugsgebiet der Stadt Wasserwerke und Kläranlagen errichtet werden. Dies hat zur Folge, dass große Gebiete Natur unter die Räder der Bulldozer geraten. Gleiches gilt für Shoppingzentren oder Vergnügungsanlagen.

Mit wachsenden Ausmaßen der Wohnfläche, werden zusätzlich wild lebende Tiere zurück gedrängt. Dazu gehören nicht nur Fuchs und Igel sondern insbesondere Vertreter kleinerer Arten wie beispielsweise Bienen. Diese sind besonders wichtig für das Ökosystem doch seit Jahren auf dem Rückzug. Vieler Orts gänzlich verschwunden bleibt die Bestäubung der Blüten aus und wird bereits einiger Ort von Menschen  erledigt – beispielsweise in Japan.

Müllberge liegen an jeden Stadtgrenzen sichtbar aufgetürmt und man fragt sich, warum es noch immer so viele Städte ohne richtige Mülltrennung gibt. Eine saubere Trennung von Ressourcen hat zur Folge, dass diese wiederverwendet werden können, eine schlechte oder gar keine zur Folge, das die unkontrollierte Verschmutzung andauert.

Dennoch ist an einen Rückgang der Urbanisierung nicht zu denken und so gibt es immer mehr Menschen die versuchen, eine gleichbleibende Verteilung zwischen Mensch und Natur zu schaffen. So planen Städteplaner immer mehr Grünflächen ein und bestimmte Bereiche werden bewusst mit bestimmten Pflanzen besiedelt. Nicht zuletzt werden Flachdächer ausgenutzt, um darauf ebenso Grünflächen unterzubringen. Ein Paradebeispiel ist dabei Seoul in Südkorea. Hier wurde es geschafft, eine grüne Landschaft über dem Erdboden zu schaffen. Bienen können gefahrlos von einer Blüte zur nächsten fliegen und selbst die Bienenstöcke sind auf Dächern untergebracht.

Die Urbanisierung trägt also in gewisser Maße zu einer Zerstörung der Umwelt bei, doch gibt es weltweit gesehen auch immer mehr Ansätze die zeigen, wie es gehen kann. Insbesondere große Themenbereiche wie “Müllentsorgung” müssen wohl geplant werden und liegen nicht zuletzt in der Hand von allen. Eine Stadt selbst kann sich nicht umweltgerecht verhalten, es sind die Menschen die in ihr Leben, die in die Verantwortung gezogen werden müssen.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich Städte verändern wenn immer mehr Menschen in ihnen leben wollen.